Historischer Machtwechsel in Magdeburg: AfD vor erstmaliger Übernahme des Landtagspräsidiums
Im Magdeburger Landtag steht ein Einschnitt in der bundesdeutschen Parlamentsgeschichte bevor: Erstmals könnte ein Abgeordneter der AfD das Amt des Landtagspräsidenten übernehmen. Der...
Wissenschaftspakt zahlt sich aus: Rhein-Main- und Ruhr-Verbund rücken auf
Die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern stellt die Weichen für die nächste Förderperiode – und verschiebt die Gewichte im deutschen Wissenschaftssystem. Zu den bundesweit fünf neuen...
Antisemitismus-Debatte nach ZDF-Sendung: Anwalt spricht von „Falschbehauptung des Innenministers“
Die Berliner Linken-Politikerin Elif Eralp geht juristisch gegen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) vor. Eralp und ihr Berliner Landesverband haben nach Angaben ihres Rechtsbeistands...
Notstrom statt Normalbetrieb: Brand in Berlin-Marzahn zwingt Unternehmen zur Übergangslösung
Ein nächtlicher Brand unter einer Kabelbrücke im Berliner Stadtteil Marzahn hat zentrale Leitungen des städtischen Stromnetzes beschädigt und Ermittlungen wegen Brandstiftung ausgelöst. Nach...
Berliner Linke in der Kritik: Koalitionsgespräche scheitern vorerst am Antisemitismus-Thema
Die Bildung einer neuen Landesregierung in Berlin bleibt vorerst ungewiss. Linke, Grüne und SPD konnten sich zweieinhalb Wochen nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus weiterhin nicht auf eine...

Schweiz drosselt Zürichsee-Abfluss auf Rekordtief – Umwelt und Energie unter Druck

08.10.2026


Die anhaltende Trockenheit zwingt Bund und Kantone zu weiteren Eingriffen in den Wasserhaushalt der Schweiz. Der Abfluss aus dem Zürichsee wird seit Donnerstag von bisher 30 auf 20 Kubikmeter pro Sekunde reduziert. Ziel der vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) koordinierten Massnahme ist es, den Pegel des Sees zu stabilisieren und ein weiteres rasches Absinken zu bremsen. Der Kanton Zürich hatte den Schritt beantragt, in die Entscheidfindung waren auch die Kantone Aargau, Schwyz und St. Gallen eingebunden.

Der Zürichsee weist wie der Bodensee, der Walensee und der Vierwaldstättersee aktuell ungewöhnlich tiefe Wasserstände auf. Weil dem See seit Monaten weniger Wasser zufliesst, als über die Limmat abfliesst, sinkt der Pegel kontinuierlich. Ohne Eingriff drohen zusätzliche Einschränkungen für die Zürichsee-Schifffahrt und die Fähre, auch die Seerettung könnte in ihrer Arbeit behindert werden. Bereits laufende Bauarbeiten in der Stadt Zürich, etwa an der Rathausbrücke, wären bei weiter sinkendem Wasserstand gefährdet, weil Schwimmpontons nicht mehr eingesetzt werden könnten und Verzögerungen sowie Mehrkosten drohten.

Die Drosselung des Abflusses ist befristet bis Ende Oktober. Sie hat jedoch direkte Folgen für die Limmat: In dem Fluss steht weniger Wasser zur Verfügung, was sowohl die Stromproduktion der Wasserkraftwerke als auch das Ökosystem beeinflussen kann. Laut Bund lassen sich negative Auswirkungen auf Fische und andere Wasserlebewesen nicht ausschliessen, da mit dem geringeren Abfluss Wassertiefe und verfügbare Lebensräume abnehmen. Wegen der inzwischen deutlich tieferen Wassertemperaturen als im Hochsommer rechnet das Bafu jedoch nicht mit einem grossflächigen Fischsterben; die Lage soll insbesondere mit Blick auf die beginnende Laichzeit der Forellen Ende Oktober neu beurteilt werden.

Wie weitreichend die Trockenheit inzwischen ist, zeigt sich auch am Rhein. Im Abschnitt bei Stein am Rhein hat der Pegel am Mittwoch den tiefsten Stand seit Beginn der Messungen erreicht. Die Insel Werd zwischen Eschenz und Stein am Rhein ist aufgrund der niedrigen Wasserführung vorübergehend keine Insel mehr: Trockengefallene Kies- und Uferflächen verbinden sie mit dem Festland, das Wasser hat sich sichtbar in deutlich schmalere Bereiche zurückgezogen. Grössere, länger anhaltende Regenfälle, die die Pegel wieder deutlich anheben könnten, sind nach Angaben der Behörden derzeit nicht in Sicht.